Vom Recht, seine Meinung zu ändern

Als Playboy- Gründer Hugh Hefner 2011 seine Hochzeit mit der 60 Jahre jüngeren Crystal Harris absagte, führte er als Begründung an: „Sie hat ihre Meinung geändert“.
Was hat die junge Dame Häme kassiert. Völlig zu unrecht, wie ich finde.

„“Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten““ – das steht in unserem Grundgesetz und ist allgemein anerkannt.

Wenn aber nun jemand seine Meinung ändert, dann stößt er häufig auf Entrüstung.
Es beginnt am Kaffeetisch mit einem ungläubigem Kopfschütteln: „Gestern/vor einem Jahr/an deinem 10. Geburtstag hast du doch gesagt, dass du keine Rosinen magst. Und jetzt sitzt du einfach da und isst seelenruhig ein Rosinenbrötchen?“

Doch auch Beziehungen zerbrechen, weil Menschen ihre Meinung zum Thema Job/Kind/Haus/Weltreise ändern. „“Du hast doch damals gesagt, dass du keine Kinder willst. Wie kannst du plötzlich einen Kinderwunsch entwickeln?““ lautet dann der Vorwurf. Und die Antwort „„Ich habe meine Meinung geändert““ erscheint unbefriedigend und banal.

Ein Mensch, der seine Meinung ändert, gilt geradezu als verdächtig. Eine „Fahne im Wind“ sei er, ein Opportunist, unzuverlässig und unglaubwürdig.
Doch ist das Ändern von Ansichten nicht eine Begleiterscheinung von persönlicher Weiterentwicklung?
Zeugt es nicht gerade von Stärke und Glaubwürdigkeit, dass man zu diesen Veränderungen steht?

Menschen sind Gewohnheitstiere – sie vermeiden es, eine einmal getroffene Entscheidung zurück zu nehmen. Die eigene Meinung zu ändern ist daher meist das Ergebnis eines langen Denk- und Abwägeprozesses. Und wer seine Meinung zu einer Sache ändert, zeigt zumindest, dass er sich mit dieser auseinander gesetzt hat.

Leben ist Wandel, Leben ist Veränderung, Leben ist Wachstum. Panta rhei.

Verdächtig wäre doch in erster Linie ein Mensch, der bis ins hohe Alter dieselben Ansichten vertritt wie mit 20.

Daher wünsche ich mir, dass Menschen, die ihre Meinung in einer wichtigen Angelegenheit ändern, nicht länger mit Lügnern und Betrügern gleich gesetzt werden.

„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten.“

Und jeder hat das Recht, seine Meinung auch wieder zu ändern.

Quellen:

http://www.sueddeutsche.de/leben/vip-klickplayboy-hochzeit-abgesagt-sie-hat-ihre-meinung-geaendert-1.1108630
http://www.gesetze-im-internet.de/gg/
http://www.alltagsforschung.de/so-soll-es-bleiben-warum-wir-ungern-unsere-meinung-andern/

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