Der Anblick feuchten Toilettenpapiers

Zum Lachen brachte mich schließlich der zweite in der Damentoilette angebrachte Hinweis:

feuchtes klopapier

Zunächst irritierte mich die Erkenntnis, dass es Menschen gibt, die sich durch Toilettenpapier unangenehm berührt fühlen –- für mich hatte der Anblick von Toilettenpapier in der Gemeinschaft der Anblicke immer die Rolle der Schweiz eingenommen: völlig neutral. Ich gebe zu, dass die Ästhetik eines Standard-Toilettenpapiers beim Kontakt mit Wasser leidet, aber als „unerfreulich“ hätte ich das Ergebnis nicht eingestuft. Naja, allein die Tatsache, dass der Urheber meine persönliche Formvorschriften (Befehlsform + „Bitte“, keine Bildchen) beherzigt hatte, löste in mir das Bedürfnis aus, dem Gesuch Folge zu leisten. Doch das armselige Rinnsal, welches sich alsbald aus dem Spülkasten ergoss, umspülte das Papier nur, anstatt es im Abfluss zu versenken. Ich spürte Nervosität in mir aufsteigen, drückte ein zweites, drittes Mal auf die Taste, vergeblich. Schließlich nahm ich die Klobürste zur Hilfe und versuchte, das Papier manuell (oder vielmehr bürstuell) in den Abfluss zu stopfen, während ich mit der freien Hand die Spülung betätigte. Nachdem der letzte Papierfetzen im Abfluss verschwunden war, stand ich – in zweierlei Hinsicht erleichtert – vor dem Spiegel und dachte mir: Du musst einen Blog schreiben.

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